Modul
Farbdesign
Leistungen
Farbdesign, Illustration
Jahr/Semester
2020/ Sem.2
Bei diesem Projekt wurden die Spielsteine des chinesischen Spiels „Mahjong“ redesigned. Bei dem Spiel
handelt es sich um ein traditionelles chinesisches Gesellschaftsspiel, das heute aber vor allem als
digitale Solitär-Variante bekannt ist. Hierfür wurden zwei verschiedene Varianten erarbeitet: Zum einen
eine geometrische Variante, die auf einer Permutation basiert, zum anderen eine freie Version, welche
unter dem Motto „Afrika“ steht.
Aufgabenstellung/Betreuung: Prof. S.P. Radtke
Auf Grundlage einer Permutation, auch programmiertes Gestalten genannt, wurde diese geometrische Variante entwickelt. Dabei wird zunächst eine (geometrische) Form, in diesem Fall ein Kreis, getrennt, wodurch mehrere Elemente entstehen. Diese Teile werden dann untereinander in einer bestimmten Reihenfolge und Systematik vertauscht und neu angeordnet. So unterscheiden sich zwar die Spielsteine jeder Gruppe, sind aber insgesamt Teil eines homogenen Designs. Damit die verschiedenen Gruppen ein stimmiges Gesamtergebnis ergeben, aber sich dennoch genug unterscheiden, wurden verschiedene Variationen von Kreisen auf diese Art und Weise genutzt.
Im nächsten Schritt wurden die zuvor skizzierten Permutationen in Reinzeichnungen durchgespielt. Die prägnantesten Steine wurden dabei ausgewählt und bei Bedarf durch Weiterentwicklungen optimiert. Für mehr Varianz wurden auch ganze Kreise in gleichem Schema permutiert.
Für das Farbschema wurde die Grundfarbe Grün ausgewählt, denn diese hat die psychologische Wirkung von Lebensfrohheit und wirkt natürlich. Dadurch soll das Spiel gerne gespielt werden. Als Akzentfarbe für die Sondergruppen wurde ein gedecktes Rot, welches nicht aufdringlich wirkt aber genug hervorsticht, verwendet. Rot stammt von einer anderer Farbwelt, nämlich der warmen Farbwelt und ist zusätzlich die Komplementärfarbe zu Grün ist.
Das Spiel Mahjong besteht insgesamt aus sieben verschiedenen Spielsteingruppen. Bei fünf dieser Gruppen müssen jeweils zwei exakt identische Steine abgehoben werden. Die Gruppe „Blumen“ und „Jahreszeiten“ sind dabei eine Ausnahme und können jeweils auch untereinander abgedeckt werden, was sie zu Sondergruppen macht. Um dies visuell hervorzuheben wurde bei diesen Gruppen zusätzlich Akzente in einer anderen Farbe verwendet.
Die Spielsteine wurden im Folgenden in die Programmierung eines digitales Mahjong Spiel eingesetzt. Hier sieht man in einem Screenshot das Endergebnis. Wie man gut erkennen kann, ergeben alle Steine ein harmonisches Gesamtergebnis, können aber trotzdem gut voneinander unterschieden werden. Neben den Spielsteinen wurde außerdem ein individuell passender Hintergrund gestaltet. Eine dunkle Farbgebung stellt ein gutes Figur-Grund Verhältnis sicher. Die dünnen Kreise in heller Farbe darauf wirken interessant aber trotzdem dezent und spiegeln die Grundform der Spielsteine wieder.
Als Thema für die freie Variante wurde das Thema „Afrika“ ausgewählt, da dieses Land viele interessante Merkmale und kulturelle Aspekte zu bieten hat, welche Inspiration für die verschiedenen Designs der Spielsteine bieten. So wurden Spielsteine gestaltet, welche afrikanische Tierarten darstellen. Dabei entstanden Designs, die Tiersilhouetten, illustrierte Köpfe und Fußspuren zeigen. Zum Thema afrikanische Kultur, wurden Designs erstellt, die afrikanische Stammesmasken, Adinkra-Symbole (Symbolsprache rund um Ghana) und Ethnostoffmuster zeigen. Farblich wurden passend zum Thema natürliche Erdtöne und kräftige bunte Farben verwendet.
Beim Farbschema diente, passend zum Thema, der Ethnostil als Inspiration. Das Wort „ethno“ bedeutet übersetzt soviel wie „Volk, Völker“. Der afrikanische Ethnostil geht bis in die Kolonialzeit zurück, weshalb er den Kolonialstil des 17.-19. Jahrhunderts zur Grundlage hat. Damals wurden in den Kolonialgegenden viele Rohmaterialen wie Mahagoni, Redwood und dunkles Holz verwendet. Das mischte sich mit dort vorherrschenden Mustern und Farben wie natürlichen Erdtönen und kräftig bunten Farbtönen.
Nach der Überlegung bei der Scribble-Anfertigung, wurden diese im nächsten Schritt zu Illustrationen weiterentwickelt. Sowohl bei den Motiven als auch der Farbgebung wurde darauf geachtet, dass die Spielsteine ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Neben dem harmonischen Gesamtbild war für eine gute Usability aber auch wichtig, dass die Spielsteine gut voneinander zu unterscheiden sind.
Als finaler Schritt wurden auch diese Steine in ein reales digitales Mahjong eingesetzt. Auch bei dieser freien Variante wurde ein individuell passender Hintergrund angefertigt. Das Vorgehen war gleich, wie bei der geometrischen Variante. Es wurde auf eine gute Figur-Grund Trennung geachtet und für ein einheitliches Erscheinungsbild wurde die Illustration der Löwenpfote wiederverwendet.