Modul
Interaction Design 2
Leistungen
Prototyping, Produktdesign, Programming
Jahr/Semester
2021 / Sem.4
Im Modul Interaction Design 2 war es Aufgabe, eine interaktive Installation für das Hochschulgebäude zu
konzipieren, zu gestalten und prototypisch zu realisieren. Anspruch an das Projekt war, einen Raum des
Hochschulgebäudes in positivem Sinne zu ergänzen und den Aufenthalt angenehmer sowie erlebnisreicher zu
gestalten. Aufgrund der zeitgleich vorherrschenden Corona-Pandemie, durch die Hygiene und insbesondere das
Verwenden von Desinfektionsmittel enorm wichtig wurde, entstand die Idee eines kontaktlosen, interaktiven
Desinfektionsmittelspenders. Durch das ansprechende, unterhaltsame und sympathische Design in Form eines
Lamas und der damit verbundenen Assoziation eines spuckenden Lamas, soll der Besucher neugierig gemacht
werden. Indem das Lama den Besucher beim Betreten mit witzigen Sprüchen auffordert, sich die Hände zu
desinfizieren, soll der visuelle Effekt der Neugierde auditiv unterstützt werden. Das soll folglich dafür
sorgen, dass sich mehr Besucher die Hände desinfizieren und so der Pandemie entgegengewirkt wird. Um einen
hygienischen Vorgang zu garantieren, ist der Spender kontaktlos durch Sensorenerkennung bedienbar. So wird
ein unterhaltender und lösungsorientierter Mehrwert für das Hochschulgebäude erzielt, wodurch die
Projektanforderungen umfassend aufgegriffen werden. Die Herausforderung des Projekts lagen sowohl bei dem
technische Aspekt des Programmierens und dem Kombinieren der dazugehörigen Hardware mit dem Bau des
Lama-Gehäuses. Die Technik wurde dabei durch Arduino und dazugehörigen passenden Bauteilen wie
verschiedenen Sensoren, einem Motor und einem Lautsprecher realisiert.
- Aufgabenstellung/Betreuung: Prof. Damian Gerbaulet
Um das Aussehen des Gehäuses zu planen, wurden zunächst mehrere verschiedene Skizzen angefertigt. Im nächsten Schritt wurden dann die besten Aspekte in Bezug auf Usability und dem visuellem Erscheinungsbild herausgefiltert, und bildeten so die Realisierungsgrundlage. Das Lama soll süß, einladen und spielerisch wirken, was durch große Augen und einer rundlichen Gestaltung des Körpers erzielt wird. Neben dem Look and Feel, war ein wichtiger Anspruch an das Design des Lama-Gehäuses, dass die Technik im Inneren in Hinsicht auf Größe und Anordnung Platz findet. Deshalb musste für eine bessere Planung bereits zu diesem Zeitpunkt alle angestrebten Funktionen des Desinfektionsmittelspenders und dafür benötigte Bauteile definiert werden. Der Hauptbestandteil, der den Innenraum des Lamas ausfüllt, ist ein Seifenspender gefüllt mit Desinfektionsmittel. Um zu erkennen, wann jemand den Eingangsbereich betritt, wird ein Motion-Sensor verwendet. Wenn dieser ausgelöst wird, beginnt das Lama mit Hilfe des Mini MP3-Shields zu sprechen und fordert die Person mit lustigen Sprüchen zum Desinfizieren auf. Wenn die Person die Hände unter den Kopf des Lamas hält, werden diese durch einen Ultrasonic-Sensor erkannt. Dadurch wird der Servomotor in Bewegung gesetzt, welcher den Sprühmechanismus der Flasche betätigt und das Lama „spuckt“ die Person an. Die ganze Technik läuft über einen Arduino und ist mit Kabeln sowie dem Steckbrett miteinander verbunden. Unter dem Sattel gibt es eine Öffnung, durch die das Desinfektionsmittel nachgefüllt werden kann.
Für die Realisation des Sprühmechanismus wurde ein Seifenspender verwendet, der in einer speziell angefertigten Styroporhalterung befestigt wurde, welche wiederum auf dem Holzuntergrund des Gehäuses verankert ist. Diese Art der Befestigung ist auf Grund der Stärke des Zugmechanismus, der den Seifenspender betätigt, nötig und garantiert einen sicheren Stand bei jeder Ausführung. Der Zugmechanismus selbst wird von einem Servo Motor betätigt, welcher durch einen, am Ausgabeschlauch befestigten Bewegungssensor, ausgelöst wird. Der Servo Motor wurde dabei für mehr Stabilität an einem Holzstück angebracht. An diesem Holzstück sind Drähte befestigt, die den Motor mit dem Druckkopf der Seifenflasche verbinden. Beim Drehen des Motors werden somit die Drähte nach unten gezogen wodurch der Seifenspender betätigt wird.
Der Motion Sensor wurde frontal in die Brust des Lamas einmodelliert, damit der Besucher beim Betreten sofort erfasst wird. Der Sensor wurde beim Einmodellieren in den Lamakörper mit Isolierband umwickelt, damit keine Elektronik zu Schaden kommt. Das durch den Sensor gesteuerte MP3-Shield, quasi ein Lautsprecher, befindet sich in einer Aussparung auf dem Rücken des Lamas. Der gewählte Ort dafür, befindet sich bewusst auf der Außenseite des Lamas, sodass die Audioqualität bestmöglich ist. Um dem Lama einen originellen Charakter mit Wiedererkennungswert zu geben, ist neben dem Aussehen auch die auditive Ebene von Lucy dem Lama ausschlaggebend. Im Vorfeld wurden so mehrere verschiedene Sprüche entwickelt, mit denen das Lama den Besucher anspricht und auffordert, sich die Hände zu desinfizieren. Im Sinne eines originellen Charakters wurde bei den Sprüchen wurde darauf geachtet, dass sie lustig und frech sind. So wird der Besucher z.B. einmal als „Schmutzfink“ angesprochen. Um den süßen und lustigen Charakter zu unterstreichen, wurden die eingesprochenen Tonaufnahmen noch einmal digital bearbeitet. Die Stimme wurde etwas höher gestellt, wodurch es sich anhört, als wäre das Lama einem Cartoon entsprungen.
Bei der Konzeption des Gehäuses wurde für eine mögliche spätere Produktion ein 3D-Druck angedacht. Für die Realisation eines Prototypen bot sich lufttrocknender Ton als eine flexible, einfache und kostengünstige Lösung an. Das Lama wurde so auf einem Holzuntergrund um ein Gerüst von Styropor und Hartplastik, das für Stabilität sorgt, mit Ton modelliert. Wie bereits in der Planungsphase erwähnt, war eine Herausforderung des Projekts, die Auswahl und Programmierung der Technischen Bauteile an sich und diese dann mit dem Bau des Lama-Gehäuses bestmöglich im Hinblick auf Größe und Anordnung zu kombinieren. Das bedarf einer genauen Planung, wo im Inneren des Gehäuses welche Technik platziert wird und wie diese richtig angeordnet wird, weshalb der Bau nicht unterschätzt werden durfte. Da der Ton beim Trockenen zum Teil instabil wurde und zusammensackte, mussten so beispielsweise nochmal Öffnungen nachgeschliffen werden, damit alles perfekt passt.
Nachdem des Gehäuse in seinen Grundstrukturen stand, folgte die Gestaltung des visuellen Erscheinungsbildes. Kleine Unebenheiten wurden dafür zunächst mit Gips ausgeglichen und nach dem Trockenen wurde dann alles glatt geschliffen. Dadurch wurde ein einheitlicher Untergrund erzielt, der gut mit Acrylfarben bemalt werden konnte. Bei der Farbgebung des Lamas, dienten verschiedene Fotos von echten Lamas als Orientierung. So erhielt Lucy eine weißbraune Farbe mit Farbverlauf. Beim Gesicht wurde darauf geachtet, dem Lama eine Mischung aus realistischer und comicartigem Aussehen zu verleihen. Dies soll die Sympathie für das Lama beim Benutzer steigern. Um dem Lama mehr Echtheit zu verleihen, wurde zudem Watte als Wollersatz an Kopf und Hinterteil angebracht. Um dem angestrebten südamerikanischen Design, das das Lama visuell mit seiner traditionellen Heimat verknüpft, gerecht zu werden, wurde in angelehntem Stil, zum einen ein Sattel aus Wolle, in den dafür typischen Farben gewebt. Dieser Sattel dient auch als Abdeckung für das MP3-Shield und ist mit Druckknöpfen fixiert. Zum anderen wurde aus der gleichen Wolle ein Zaumzeug gehäkelt. Ein Halstuch in passender Farbe verdeckt außerdem die Verschlusskante zwischen Hals und Kopf.
Von der Idee bis zum fertigen Prototypen, umfasste dieses Projekt eine sehr spannende, lehrreiche wie auch experimentelle Konzeptions- und Realisierungsphase. Von der Planung über die Programmierung bis hin zum Bau des Gehäuses standen alle Arbeitsschritte unter dem Motte „Learning by Doing“, wodurch eine hohe Kreativität und flexibles lösungsorientiertes Arbeiten im Vordergrund standen. In einem Projekt-Trailer wurde die spannende und bereichernde Reise dieses Partnerprojekts festgehalten.