Wie entsteht
eigentlich eine Website?

Konzeption, Gestaltung und prototypische Umsetzung einer Aufklärungswebsite


Modul

Bachelorarbeit

Leistungen

Konzeption, Webdesign, Wissenschaftliche Arbeit

Jahr/Semester

2023/24 / Sem.7


Projektbeschreibung

Im Rahmen der Bacherlorarbeit „Wie entsteht eigentlich eine Website – Konzeption Gestaltung und prototypische Umsetzung einer Aufklärungswebsite“ wurde ein Aufklärungsmedium in Form einer Website erstellt, das sich an (bedarfs-)interessierte Laien richtet. Auf dieser soll der komplexe Erstellungsprozess einer Website einfach, übersichtlich und für jeden verständlich dargestellt werden. Dadurch soll sowohl der Arbeits-und Zeitaufwand, als auch die Vorteile und der Mehrwert einer professionellen Website deutlich werden. Es handelt sich um eine Art erstes Medium, das Laien bei Interesse an einer eigenen Website an die Hand gegeben werden kann. Die Website ist demnach für (bedarfs-)interessierte Laien, egal aus unternehmerischem oder privatem Interesse. Nützen soll die Website auf der einen Seite dieser Personengruppe, um eine leichtere, sinnvollere Entscheidung für eine eigene Website-Lösung treffen zu können. Auf der anderen Seite soll die Aufklärungswebsite aber auch Webdesignern bzw. Webaganturen nützen, um mehr Wertschätzung für ihre Arbeit zu erlangen und um Unklarheiten und möglichen Vorurteilen entgegenzuwirken. Im Grunde gibt es nämlich für jedes Websiteziel und jeden Websitezweck eine passende, gute und zielführende Lösung. Doch oftmals ist es für Laien schwer zu erkennen und einzuschätzen, welche Website-Lösung für ihre Bedürfnisse und Ziele geeignet und zielführend ist. So können folglich Kosten in Frage gestellt werden und Entscheidungsgrundlage für die Wahl einer Website-Lösung bilden, was im Sinne des Websiteerfolgs nicht zielführend ist.

Problemstellung

Der Beruf eines Medienschaffenden trifft in der heutigen Zeit leider häufig auf wenig Wertschätzung. Moderne Werkzeuge, wie Smartphone-Kameras, Baukastensysteme für Websites etc., machen es Laien heute nämlich einfach, verschiedene Medien, auch ohne gestalterische Ausbildung, zu erstellen. Das kann dazu führen, dass Personen, die keine Berührungspunkte mit der professionellen Gestaltung haben, die dahinterliegende Expertise und Arbeit folglich nicht erkennen können. Die Tätigkeit als Medienschaffender, egal in welchem Teilbereich, findet so leider oft nur wenig Akzeptanz und Anerkennung in der Gesellschaft. So auch im Teilbereich Webdesign, der aber gerade in unserer heutigen, digitalisierten Welt unbedingt notwendig und nicht mehr wegzudenken ist. So hat jeder täglich mehr oder weniger Berührungspunkte mit Websites. Es ist eigentlich der Job des Webdesigners, Websites professionell zu erstellen. Doch fehlende Aufklärung über den Beruf des Webdesigners und zahlreiche Angebote von Baukastensystemen, die es jedem ermöglichen, mit nur wenigen Klicks eine eigene Website zu erstellen, können dazu führen, dass nicht gesehen wird, wie viel Arbeit, Zeit und Mehrwert wirklich hinter einer professionell erstellten Website steckt. Dadurch kann die Frage aufkommen, welche Expertise ein Webdesigner überhaupt hat. Doch natürlich steckt viel mehr hinter dem Erstellungsprozess, als es vielleicht im ersten Moment den Anschein macht. Aufklärung über den Beruf des Webdesigners und über professionelle Websites ist deshalb unbedingt notwenig.

Recherche

Natürlich erfordert Aufklärungsarbeit einiges an Recherchearbeit. Diese umfasste fünf größere Themengebiete. Zunächst beschäftigte sich die Recherche mit der Rolle des Mediums Website in der heutigen, digitalisierten Zeit und mit der Frage, woher die Geringschätzung von professionellem Webdesign kommt. Um die dahinterliegende Expertise und den Mehrwert einer professionellen Website erklären zu können, thematisiert die Recherche außerdem, welchen Mehrwert Design im allgemeinen und Webdesign im Besonderen hat. Der hauptsächliche Mehrwert einer professionell erstellten Website liegt im nutzerzentrierten Gestaltungsprozess, wie vorherige Rechercheergebnisse zeigten. Aus diesem Grund wurde außerdem der nutzerzentrierte Gestaltungsprozess eines Webprojekts genauer untersucht und herausgearbeitet. Dieser Rechercheteil stellte somit auch die Basis für die späteren Websiteinhalte dar. Abschließend wurde in der Rechreche versucht, die Frage zu beantworten, wer überhaupt eine professionelle Website braucht und welche alternativen Lösungen es gibt.

Konzeption

Um die Zielgruppe der Aufklärungswebsite zu definieren wurde zunächst eine Zielgruppensegmentierung durchgeführt. Dabei konnten drei verschiedene Gruppen ermittelt werden, die mit einer späteren Erstellung von Personas und dazugehörigen Szenarien, also beispielhaften Nutzungsverhalten, einen guten Einblick darüber gaben, was angeforderten Website-und Nutzerziele sind. Bei dem Aufklärungsmedium soll es sich um eine Art digitales Buch, beziehungsweise Magazin handeln, das passend zum inhaltlichen Thema aber nicht als Printmedium, sondern als Website realisiert wird. Diese hat den Vorzug einer kostenfreien, zeit- und ortsunabhängigen Erreichbarkeit für ein breites Publikum. Das kommt der angestrebten Aufklärungsarbeit zugute und stellt somit einen wesentlichen Vorteil gegenüber vergleichbaren Printmedien dar. Um dabei jedoch eine Informationsführung zu erhalten, die der eines Buches ähnelt, soll die Aufklärungswebsite nach der Methode des Scrollytellings realisiert werden. Scrollytelling stellt nämlich eine gute Methode dar, um die Interaktivität einer Website einzuschränken und so die Reihenfolge der Informationsaufnahme gezielt zu steuern.

Aufbau der Website

Bei dem Aufklärungsmedium handelt es sich um eine Art digitales Buch, beziehungsweise Magazin, das passend zum inhaltlichen Thema aber nicht als Printmedium, sondern als Website realisiert wurde. Diese hat den Vorzug einer kostenfreien, zeit- und ortsunabhängigen Erreichbarkeit für ein breites Publikum. Das kommt der angestrebten Aufklärungsarbeit zugute und stellt somit einen wesentlichen Vorteil gegenüber vergleichbaren Printmedien dar. Um dabei jedoch eine Informationsführung zu erhalten, die der eines Buches ähnelt, wurde die Aufklärungswebsite nach der Methode des Scrollytellings realisiert. Scrollytelling stellt nämlich eine gute Methode dar, um die Interaktivität einer Website einzuschränken und so die Reihenfolge der Informationsaufnahme gezielt zu steuern. Aus dem Grund eignet sich diese Methode gut, um einen linearen Prozess, wie die Erstellung einer Website und die dazugehörigen einzelnen Arbeitsschritte, aufzuzeigen.

Inhalte der Website

Um einen guten Einblick und Überblick über den Verlauf und die einzelnen Arbeitsschritte eines Webprojekts zu geben, wurden textuelle Beschreibungen auf Basis der vorherigen Recherche für alle einzelnen Schritte verfasst. Dabei wurde im Sinne der Zielgruppe vor allem darauf geachtet, dass die Texte sowohl sprachlich, als auch inhaltlich leicht verständlich und nachvollziehbar sind. Um dem Leser das Gefühl zu geben, dass auf ihn und seine Bedürfnisse eingegangen wird und er sich verstanden fühlt, wurde bei der Tonalität auf eine Du-Ansprache gesetzt. Da es sich um eine, für Laien komplexe Thematik handelt, bestand die Herausforderung darin, eine richtige Balance zwischen Textlänge und inhaltlichem Verständnis zu finden. Neben den Textinhalten, die zwar viel Informationen bieten, aber alleine verwendet, schnell eintönig wirken können, wurden Illustrationen für ein visuell ansprechendes Erscheinungsbild eingesetzt. Diese unterstützen die Informationsaufnahme visuell und schaffen eine positive und persönlichere Atmosphäre. In den Illustrationen ist eine Webdesignerin zu sehen, die die einzelnen Arbeitsschritte ausführt und den Leser durch den Prozess einer Websiteerstellung mitnimmt. So wird eine emotionale Verbindung zum Website-Besucher aufgebaut und ein roter Faden im Sinne des Storytellings erzielt. Für ein spannenderes Nutzererlebnis wurden die Illustrationen im weiteren Verlauf animiert. Durch einen Einstufungstest ist es dem bedarfsinteressierten Laien möglich, eine Einschätzung darüber zu erhalten, welche Website-Lösung für sein Anliegen passend sein könnte.

Snapscrolling

Snap-Scrolling ist ein Scroll-Verhalten, dass auf dem „Einrasten“ von, im HTML-Dokument dafür definierten, Container-Elementen basiert. Scrollt der Nutzer nur minimal, wird die Website automatisch bis zum nächsten Container weitergescrollt. Da in diesem Konzept eine volle Bildschirmhöhe und -breite für die Snap-Container vorgesehen wird, wird so ein Effekt erzeugt, der das Umblättern einer Buchseite nachahmen soll. Durch dieses Scroll-Verhalten, dass dem Standard und somit dem intuitiven und gewohnten vertikalen Scrollen folgt, entsteht eine gute Übersichtlichkeit und folglich eine einfache und nutzerfreundliche Navigationsweise. Unterstützt wird diese von einem zweispaltigen Raster-Layout innerhalb der einzelnen Snap-Seiten, in dem Text und illustrierte Animationen in abwechselnder Reihenfolge angeordnet werden. Das Scrollverhalten und das angestrebte Layout sind somit passend für die Menge an definierten Inhaltskomponenten. Aufgrund der Übersichtlichkeit, der nutzerfreundlichen Orientierung und des interessanten Look and Feels, wurde das Konzept des Snap-Scrollings für die Aufklärungsseite ausgewählt.

Design

Die Aufklärungswebsite zeigt einen Prozess von vier verschiedenen Phasen. Pro Phase wurde deshalb eine eigene Auszeichnungsfarbe definiert. Diese systematische Farbgebung soll so eine gute Orientierung auf der Website unterstützen. Da jeweils eine Farbe für eine Projektphase steht, wird eine Auszeichnungsfarbe ausschließlich in Kombination mit weiteren Grautönen verwendet. Weiter finden alle vier Auszeichnungsfarben jeweils zusätzlich in einer helleren, sowie einer dunkleren Farbabstufung Einsatz auf der Website. Für die angestrebte moderne, cleane und neutrale Anmutung der Website, im Sinne einer sehr weitläufigen Zielgruppe, eignete sich eine serifenlose Linearantiqua gut. Durch die fehlenden Serifen hat diese Schriftgruppe eine moderne und cleane Anmutung. Die Entscheidung fiel dabei auf die geometrisch konstruierte Schriftart „Poppins“.

Illustrationen

Pro Arbeitsschritt wurde eine Illustration angefertigt, in der die Leitfigur auf eine anschauliche Art und Weise bei den jeweiligen Aufgaben gezeigt wird. Um die Illustrationen schnell und einfach verständlich für jeden zu gestalten, wurde darauf geachtet, dass diese vor allem wesentliche Elemente der textuellen Beschreibungen zeigen. Durch das Arbeiten mit flächigen Elementen und der Einsatz von ausschließlich einer Auszeichnungsfarbe, in Kombination mit verschiedenen Grautönen, wirken die Illustrationen so modern, hochwertig und plakativ, ohne aufdringlich zu sein. Die Illustrationen wurden größtenteils auf Basis geometrischer Grundformen konstruiert, weshalb sie im Gesamterscheinungsbild gut mit der ausgewählten Schriftart Poppins harmonieren. Auch die Figuren selbst wurden auf geometrischen Formen aufgebaut, weshalb sie die Anatomie einer Gliederpuppe aufweisen. Für mehr Abwechslung wurden nicht nur Illustrationen erstellt, in der die Leitfigur zu sehen ist, sondern auch solche, die ausschließlich durch prägnante Objekte den jeweiligen Arbeitsschritt erläutern.

Animation der Illustrationen

Für ein spannenderes Nutzererlebnis wurden die Illustrationen im weiteren Verlauf zusätzlich animiert. Durch die Architektur einer Scrollytelling-Website wird die Interaktivität einer Website im Sinne einer geführten Informationsaufnahme eingeschränkt. Um das Nutzungserlebnis trotzdem spannend zu gestalten und dem Website-Besucher das gewohnte Gefühl einer interaktiven Website-Nutzung zu geben, eignen sich Scroll- Triggered Animation sehr gut. Dabei handelt es sich um Websiteinhalte, die durch die Scrollaktion des Nutzers ausgelöst, beziehungsweise abgespielt werden. Durch diese, für den Nutzer interaktiv steuerbaren Elemente, entsteht das Gefühl, mit der Website zu interagieren.

Entwurf Snapscrolling

Wie bereits im Skizzenkonzept definiert wurde, haben alle Snap-Seiten eine volle Bildschirmhöhe und -breite. Bei der Gestaltung dieser, musste folglich darauf geachtet werden, dass innerhalb einer Snap-Seite, ein in sich geschlossenes, harmonisches Gesamtbild entsteht. Das stellt einen signifikanten Unterschied zu einer Website mit herkömmlichen Scrollverhalten dar, bei der durch Scrollen der Bildausschnitt verändert werden kann. In diesem Sinne wurde das Websitelayout auf einem zweispaltigen Raster aufgebaut, in dem illustrierte Animationen und Textinhalte jeweils in einer Spalte, innerhalb einer Snap-Seite, platziert wurden. Für ein harmonischeres Gesamtbild wurde der gesamte Inhalt vertikal zentriert. Sowohl genügend Seiten- als auch Spaltenabstand sorgen für ausreichend Weißraum und erzeugen ein übersichtliches und cleanes Erscheinungsbild, das sowohl den Textblöcken, als auch den animierten Illustrationen genügend Raum gibt, um ihre Wirkung entfalten zu können. Insgesamt entsteht durch dieses konstante Layout eine Ähnlichkeit mit der Anmutung von Präsentationsfolien, was den angestrebten Effekt von Buchseiten, die umgeblättert werden, verstärkt.

Entwurf Einstufungstest

Durch einen Einstufungstest ist es dem bedarfsinteressierten Laien möglich, eine Einschätzung darüber zu erhalten, welche Website-Lösung für sein Anliegen passend sein könnte. Aus der Recherche ließen sich einige relevante Faktoren ableiten, die entscheidend für solch eine Einschätzung sind und somit Basis für die gestellten Fragen bilden. Dazu gehört die Art des Werbezieles, das kommerziell oder nicht-kommerziell, beziehungsweise marketingorientiert oder nicht-marketingorientiert sein kann, das Budget, die gewünschte Art der Websitepflege und der Stand von HTML-Kenntnissen oder auch das Interesse dafür. Der Nutzer muss so im späteren Test drei bis fünf Fragen beantworten, worauf er eine, für ihn, passende Website-Lösung vorgeschlagen bekommt.

Realisierung

Die Realisierung der Aufklärungswebsite erfolgte mit Hilfe von HTML, CSS und JavaScript. Die Scrollanimationen wurde durch GSAP und Lotties realisiert. Bei GSAP handelt es sich um eine Framework-unabhängige Animationsbibliothek, die innerhalb aller Möglichkeiten von JavaScript eine unkomplizierte Animation von Websiteinhalten ermöglicht. Eine Lottie ist ein JSON-basiertes Animationsdateiformat. Lotties haben den Vorteil einer kleinen Dateigröße, sind unendlich skalierbar und interaktiv nutzbar. Bei den Scrollaniationen selbst, handelt es sich um Scroll-Triggered Animationen. Das sind Websiteinhalte, die durch die Scrollaktion des Nutzers ausgelöst, beziehungsweise abgespielt werden. Durch diese interaktiv steuerbaren Elemente, entsteht das Gefühl, mit der Website zu interagieren.

Finale Website

Öffnet der Besucher die Website, wird er zunächst auf einer plakativen, aufmerksamkeitserregenden Startansicht durch einen animierten Pfeil aufgefordert, nach unten zu scrollen. In drei darauffolgenden Snap-Seiten wird der Nutzer mit einer kurzen Einleitung in das Thema eingeführt. Dadurch soll Interesse geweckt und zum Weiterscrollen animiert werden. Pro Projektphase gibt es eine Übersichtsseite, die durch einen kurzen Beschreibungstext einen groben Überblick über den Kapitelinhalt geben soll. Damit diese Übersichtsseiten auch sofort als Beginn einer neuen Phase identifiziert werden, wurden sie gestalterisch durch eine farbliche Überschrift, sowie einem organischen Flächenelement von den restlichen Seiten hervorgehoben. Der Einsatz von organischen Flächenelementen bildet gleichzeitig einen spannenden Kontrast zu den sonst verwendeten geometrischen Elementen. Auf der jeweils darauffolgenden Snap-Seite, werden die einzelnen Arbeitsschritte der jeweiligen Phasen gezeigt. Um diese zur ihrer Projektphase zugehörig erscheinen zu lassen, wurde auch hier die zuvor definierte, systematische Farbverwendung eingesetzt. So wurde der Hintergrund dieser Seiten in eine hellere Abstufung der Auszeichnungsfarbe ihrer jeweiligen Phase gefärbt. Das soll neben der Farbkodierung in den Illustrationen nochmals zusätzlich die visuelle Orientierung verstärken. Weiter werden die einzelnen Arbeitsschritte mit Hilfe von plakativen Überschriften bezeichnet. Typografische Hervorhebungen im Fließtext und ausreichend Zeilenhöhe sorgen außerdem für ein angenehmes Lesevergnügen.