Modul
Bildkonzeption
Leistungen
Bildkonzeption, Fotografie
Jahr/Semester
2020/21 / Sem.3
Das Thema dieses Projekts ist »Wahrnehmung von Tieren«. Dazu wurden vier verschiedene Bildkonzeptionen
entwickelt, die als stilistisch zusammengehörige Reihe in einem Magazin funktionieren sollen. Es wird
dabei auf die Eigenschaften der visuellen Wahrnehmung verschiedener Tiere eingegangen, die in Verbindung
mit der Wahrnehmung des Lebensraums eines jeden Tieres gestellt wurde. Ausgesucht wurden hierfür vier
verschiedene Tiere, welche eine markante und typische Sehweise haben. Dabei sollten sie ebenso einen
starken Unterschied zur menschlichen Sehweise darstellen, um eine möglichst spannende und interessante
Wirkung auf den Betrachter zu haben, da diese Sichtweisen für jenen nicht alltäglich sind. Alle erstellten
Sichtweisen beruhen hierbei auf wissenschaftlicher Recherche, im Sinne der Kreativität und Individualität,
wurden diese jedoch zum Teil auch abstrahiert oder übertrieben dargestellt. Um dem Betrachter Klarheit und
Verständnis zu geben, um welches Tier es sich jeweils handelt, wurden sowohl Körperteile von Tieren oder
andere Assoziationsaspekte, wie typische Nahrungsquellen mit eingebaut. Alle Konzeptionen wurde dabei aus
selbst fotografierten Bildern erstellt und dann zu gewünschten Kompositionen zusammengesetzt und
bearbeitet.
- Aufgabenstellung/Betreuung: Prof. Manfred Gaida
Das grundlegende Thema des Projekts war „Wahrnehmung“. Da es sich um ein weitläufiges Thema handelt, wurden in einer Ideenfindung zunächst verschiedene Möglichkeiten ausgelotet, um das Thema inhaltlich und gestalterisch fundiert, originell und spannend umzusetzen. Die Herausforderung lag darin ein so individuelles Thema, wie Wahrnehmung, visuell für jeden verständlich umzusetzen, weshalb sich nicht alle Ideen eigneten. Letztendlich fiel die Wahl auf das Thema „Wahrnehmung von Tieren“. Diese Idee wurde zunächst dann wieder in verschiedene Richtungen gedacht und skizziert.
Bei diesen Bildideen handelt es sich um die Endauswahl der vier zu realisierenden Bildmotive. Hierbei wurden aus den vorherigen Skizzen die besten Ideen ausgesucht, weiter ausgearbeitet und verbessert. Da sie verschiedene Elemente besitzen, in denen sie sich vom Aufbau und vom Sinn her gleichen, funktionieren sie auch als ganzes Konzept gut zusammen. Übergreifende Elemente sind zum Beispiel, dass jede Komposition aus der subjektiven Sichtweise des Tieres gesehen wird. Bei jeder Szene handelt es sich um den jeweiligen Lebensraum bzw. die Umwelt dieses Tieres. Zudem lässt sich sagen, dass jedes Tier in gewisser Weise seine Nahrung/Beute auf seine spezielle Sichtweise sieht. Um jeweils zu sehen, um welches Tier es sich handelt, wurden Andeutungen in die Bildkomposition mit eingearbeitet, die zwar subtil sind, jedoch schnell vom Betrachter verstanden werden können.
Bei dieser Komposition wurde mit einer leichte Untersicht gearbeitet um die subjektive Wahrnehmung der Biene darzustellen. Um die Proportionen nochmals zu verdeutlichen, dient ein geringer Abstand zwischen Biene und Blume als Hinweis. Durch Umfärben von Rottönen in Ultraviolett wird die Sichtweise der Biene dargestellt, welche nur diese Farben sehen bzw. nicht sehen kann. Als Assoziationselement dienen Bienenwaben, die sich über die ganze Komposition erstrecken. Sie dienen ebenso, wie die Wölbung in Ellipsenform, als Visualisierung des Facettenauges der Biene. Zur Verstärkung dieses Effekts wurde ebenfalls eine Vignettierung angewandt.
Durch eine Umfärbung der Fotografie Gelb-Blau-Grün Töne wird die Sichtweise des Hasen dargestellt, welcher durch fehlende Farbrezeptoren nicht im Stande ist, Rottöne wahrzunehmen. Damit der Blick auf die wesentlichen Merkmale der Komposition gelenkt wird, wurden wichtige Elemente, wie Hand und Karotte, in stark gesättigten Farben dargestellt. Nebenelemente hingegen, wurden in schwach gesättigten Farben eingesetzt. Eine leichte Untersicht vermittelt die Position des Hasen mit frontalem Blick auf die Karotte, seiner Nahrungsquelle, welche für ihn im Zentrum seiner Aufmerksamkeit steht. Schärfe im Vordergrund und Unschärfe im Hintergrund, sowie eine Vignettierung lenken den Blick dabei zusätzlich auf die Karotte. Um klar zu kommunizieren um welches Tier es sich handelt wurden als Assoziationselement angeschnittenen Hasenpfoten im Bildvordergrund eingesetzt. Durch eine Fluchtpunktperspektive entsteht Dynamik im Bild.
Eine Maus sieht kaum Farben, weshalb die Sättigung der Farben bis zur Schwarz-Weiß Ansicht entfernt wurde. Ausnahme dabei ist das Käsestück, welches für die Maus als Nahrungsquelle attraktiv wirkt und so durch einen Gelbton hervorgehoben wurde. Lichtstrahlen und Duftschwaden sollen diese Aussage verdeutlichen. Als Assoziationselement dient hier ein Mausschwanz. Da die Szene auf dem Boden stattfindet, ist die Blickachse der Maus die Handlungsachse, wodurch mit einer Normalsicht gearbeitet wurde. Durch Schärfe und Unschärfe, sowie einer Vignettierung wird der Fokus nochmals verstärkt auf den Vordergrund und somit auf den Käse gelenkt.
Hier wurde ein Infrarotblick, den einige Schlangen besitzen, nachgestellt. Dafür wurde die »lebendige Beute, welch eine Wärmeausstrahlung hat, farblich so dargestellt, wie es auch eine Wärmebildkamera tut, nämlich in einem Farbverlauf von warmen Farben. Eine dunkle Umgebung bildet hier den Kontrast, wodurch der Blick auf die Maus und die menschlichen Füße gelenkt wird. Um die unmittelbare Entfernung zwischen Schlange, Boden und Beute auszudrücken, wurden mit Normalsicht gearbeitet. Zudem wurden große Grashalme in die Komposition mit eingearbeitet und in einem leichten Farbton eingefärbt, damit sich diese besser ins Gesamtbild integrieren. Als Assoziationselement dient hier ein Schlangenschwanz am Bildrand.
Im Vergleich zu den Skizzen, die als Grundlage für die Umsetzung dienten, wurden im Sinne einer besseren Bildkonzeption während der Realisierungsphase noch einige Verbesserungen vorgenommen. Zum einen wurde beim Bild „Biene“ die Perspektive von einer Aufsicht hin zu einer Normalsicht verändert, was mehr Subjektivität der Biene vermittelt. Auch beim Bild „Hase“ wurde die Perspektive verändert, hin zu einer die mehr der subjektiven Sichtweise des Hasen entspricht, außerdem wurde der Abstand zum Bildmotive (Karotte) aus gleichem Grund verringert. Beim Bild „Maus“ wurden die Schnurrhaare weggelassen, da sich bei genaueren Überlegungen herausstellte, dass eine Maus physikalisch nicht in der Lage ist, ihre eigenen Schnurrhaare wahrzunehmen. Außerdem wurde am Käse ein Duftschwaden und ein Scheinen hinzugefügt, was der Komposition mehr Spannung verleiht und die Aussage verdeutlicht. Beim Bild „Schlange“ wurde ebenfalls die Perspektiv etwas mehr hin zu einer Normalsicht verändert, da dies mehr der Sicht der Schlange entspricht.