Modul
Fotografie
Leistungen
Fotografie
Jahr/Semester
2020/ Sem.2
Im Modul Fotografie sollten mehrere Aufgaben bearbeitet werden. Diese standen jeweils unter einem
bestimmten Thema. Verschiedene Themen, die zur der Kategorie Sensibilisierungsübungen gehörten, waren
ebenso Thema wie zum Beispiel inszenierte und neutrale Produktfotografie. Sinn dieser Aufgaben war es, das
Auge zu sensibilisieren und interessante Motive zu entdecken. Da dieses Modul während des Lockdowns der
Corona-Pandemie stattfand, musste sehr oft improvisiert werden, da beispielsweise kein Fotostudio zur
Verfügung stand. Der Lerneffekt dabei war, dass man auch mit Improvisation und einfachen Mitteln,
möglichst interessante Ergebnisse erzielen kann. Da es in diesem Modul ausschließlich um die Fotografie an
sich ging, durfte keine Bearbeitung eingesetzt werden. Es ging darum, Fotos zu schießen, die dem
gewünschten Endergebnis entsprechen und nicht erst noch durch Bearbeitung das gewünschtes Look and Feel
bekommen. Durch diese Arbeitsweise konnte man sehr gut die fotografischen Grundlagen erlernen. Natürlich
war dabei auch wichtig, eine interessante Bildkomposition zu erzielen. Dafür wurden einige
Gestaltungsregeln- und Gesetze angewandt. Unten abgebildete Fotografien stellen einen Auszug aus den
Ergebnissen dieses Moduls dar.
-Aufgabenstellung/Betreuung: Prof. Manfred Gaida
Um das Thema Farbe gut zur Geltung zu bringen, wurde hier mit Langzeitbelichtung gearbeitet. Durch diese Fototechnik entsteht eine unregelmäßige Überlagerung des Bildmotives. Dadurch erlangt der Gegenstand eine völlige Verfremdung, die den Fokus auf die Farben richtet und nicht auf das Motiv als solches. Bei diesem handelt sich um einen Regenschirm in Lila-, Rot- und Beige- Tönen. Durch die schräge Anordnung entsteht zudem eine spannende, dynamische Farbkomposition.
Bei der Thematik Form fungiert ein Schmuckständer im Erscheinungsbild einer Hand als Fotomotiv. Dieser wurde ausgewählt, da er wegen seiner interessanten Grundform und Farbgebung eine spannende und dynamische Bildkomposition erzeugt und so die angestrebte Figur-Grund-Trennung bestens zum Ausdruck gebracht wird. Durch passende Beleuchtung wird die Handform bestmöglich plastisch zur Schau gestellt.
Als Motiv für dieses Thema wurde eine Feder verwendet, da diese viel Struktur besitzt. Es wurde ein schwarzer Hintergrund eingesetzt, damit dieser nicht vom Wesentlichen ablenkt. Die Schärfentiefe wurde manuell eingestellt und auf den Flaum der Feder fokussiert. So wurde eine interessanteste Struktur der Feder erlangt. Es wurde mit Blitz gearbeitet, um eine optimale Ausleuchtung der Struktur zu garantieren.
Als Motiv wurde hier eine Unterführung bei Nacht gewählt. Die Mittel um Räumlichkeit darzustellen sind hier Schärfe und Unschärfe, Helligkeitskontrast und eine Fluchtpunktperspektive, die unterstützt wird durch das Hochformat.
Neben den Sensibilisierungsübungen war ein Thema des Moduls neutrale und inszenierte Produktfotografie. Als erster Schritt sollte dafür ein interessanter und gut inszenierbarer, alltäglicher Gegenstand ausgesucht werden. Dieser war zunächst Gegenstand einer klassischen neutralen Produktfotografie, bei der vor allem richtige Beleuchtung und Platzierung im Fokus standen, damit das Produkt möglichst realistisch abgebildet wird. Danach war Aufgabe dasselbe Produkt in einer inszenierten Produktfotografie in einem passenden und ansprechendem Setting abzubilden. Im Sinne eines möglichst guten Fotografie-Ergebnisses war auch hier eine Bildnachbearbeitung untersagt, weshalb bereits beim Fotografieren sehr genau auf alle Parameter geachtet werden musste.
Als Produkt sollte ein alltäglicher Gegenstand ausgewählt werden, der eine spannende Grundform aufweist und sich gut inszenieren lässt. Hierfür wurde eine Zitronenpresse aus hellgrauem Kunststoff ausgewählt. Bei diesem Gegenstand war vor allem wichtig darauf zu achten, passende Lichtquellen zu setzen, damit alle Ecken, Kanten und Flächen bestens zur Geltung kommen. Außerdem wurde sehr genau auf einen richtigen Weißabgleich geachtet, da das Endergebnis nicht bearbeitet werden durfte.
Als erster Schritt wurden verschiedene Inszenierungsideen händische skizziert. Dabei entstanden fünf verschiedene Ideen. Die erste Szene zeigt einen Ausschnitt einer klassischen Hausparty mit einem Küchentresen, der zur Bar umfunktioniert wurde und auf dem die Presse ihren Platz findet. Bei der zweiten Skizze sieht man eine Frau, die in der Küche steht und einen Kuchenteig macht. Auf der Küchenplatte stehen Backzutaten. Die Frau presst gerade Zitronensaft, der Bestandteil für den Kuchenteig ist. Ein ähnliches Szenario sieht man auch bei Idee 3, nur handelt es sich bei der Person um einen professionellen Koch in einer Gastroküche. Idee 4 zeigt eine ältere Frau im Garten, die gerade selber Zitronenlimonade zubereitet. Bei Idee 5 handelt es sich um geometrische Anordnungen, eine davon greift das Thema Synchronschwimmen auf. Bei der sechsten Idee wird eine Mutter mit ihrem Kind am Frühstückstisch gezeigt.
Für die Umsetzung ausgewählt, wurde Idee 1, da sie die Zitronenpresse sowohl spannend als auch prägnant präsentieren kann. Die Szene zeigt eine klassische Hausparty. Im Vordergrund sieht man einen Küchentresen, der zur Bar umfunktioniert wurde und auf dem Cocktails gemischt werden. Im Zentrum steht die Zitronenpresse. Im dunklen Hintergrund sieht man verschwommen die Silhouetten der Partygäste und des Wohnzimmers. So lassen sich eine interessante Inszenierung und die nötige Prägnanz vereinen. Um eine bestmögliche Bildkonzeption zu erlangen, wurden verschiedene Skizzen händisch angefertigt, die bereits einen hohen Detailgrad aufweisen und Lichtverhältnisse berücksichtigen.
Um einen noch besseren Eindruck von der späteren Realisierung zu bekommen, wurden die verschiedenen Ideen zusätzlich in Farbe visualisiert. Bei der Endauswahl fiel die Entscheidung auf eine Version, in der die Zitronenpresse mittig platziert ist und der nahe als auch der ferne Hintergrund eine geringe Schärfentiefe aufweist. Dadurch wird die Stimmung von der Umgebung gesetzt aber lenkt nicht von dem eigentlichen Hauptobjekt ab.
Inszenierte Produktfotografie,
2:3, Sony Alpha 65, unbearbeitet,
Katja Schnitzler